Der Motor stört nicht…

Das ist eine nur scheinbar merkwürdige Formulierung.

Meine erste Begegnung mit dem Pendix-Antrieb an einem E-Bike ist von Zurückhaltung geprägt. Am Lenker weisen keine Bedienungselemente auf einen elektrischen Antrieb hin. Der elegante Akku sieht aus wie eine Designer-Trinkflasche. Am Unterrohr befestigt, bleiben die elektrischen Verbindungen kurz – und versauen nicht die Optik.

Beim ersten Antritt fällt die Motorunterstützung nicht auf, das Fahrrad fährt sich völlig normal. Wie ein Fahrrad ohne Motor. Irritiert über den fehlenden erwarteten Kraftzuwachs, zeigt ein Blick auf den Akku: der leuchtet gar nicht. Tut er aber, wenn er eingeschaltet ist. Grün, wenn der Akku voll ist. Mit sinkender Kapazität wechselt er die Farbe wie ein Chamäleon. Also den Knopf am oberen Ende des Akkus etwas länger drücken. Von den drei Unterstützungsstufen ist die kleinste gewählt.

Zweiter Versuch mit der Leichtigkeit des Seins. Der Antritt gestaltet sich locker. Das Gefühl jedoch bleibt: der Motor stört nicht. Das E-Bike bleibt ein Bike. Das wird die Radfahrer erfreuen, die gerne Rad fahren.

Berg voraus, ca. 2 km! Ein Griff zum Akku und die 3. Stufe wählen. Gangschaltung? Das Rad hat nur zwei Gänge. Keine Züge am Rad, welche die Optik versauen. Geschaltet wird über eine halbe Kurbelumdrehung rückwärts. Falls nötig.

Ist hier nicht nötig. Im 2. Gang zieht mich der Pendix den Berg hoch. Mit ca. 20 km/h. Klasse. Ein buchstäblich schöne Art, Fahrrad zu fahren. Das Foto (Martin Zaremba, blendeAuf.de) ist der Beweis.